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Moderne Angebote in Tiergestützten und Naturgestützten Interventionen - Tiergestützte Therapie / Pädagogik

Bereits 2018 hat sich die Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie in einer richtungsweisenden Vorstandsentscheidung dazu entschlossen, nicht nur die Tiere, sondern auch die Pflanzen und die gesamte Natur in ihren Namen und damit auch in ihren Wirkungsbereich und Ausbildungsbereich aufzunehmen.


Hier sind wir als erster Nationaler Verband für Tiergestützte Therapie Vorreiter nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern durchaus auch im internationalen Bereich. Wir können uns der entsprechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht mehr entziehen, deswegen haben wir auch in unseren Ausbildungen Wildpflanzen, Bäume und Sträucher, Wildtierkunde, oder Birdwatching und dergleichen mehr aufgenommen.


Es geht heute nicht mehr nur um die positive Wirkung der Tiere, sondern der gesamten Natur auf uns Menschen!


Das Wichtigste bei den Tier- und Naturgestützte Interventionen ist die Tatsache, dass es eben nicht nur um die Beziehung zum Lebewesen Tier und zur Natur bei unserer Arbeit geht, sondern Tiergestützte Therapie bedeutet vor allem……


Sinn gebenden Tätigkeiten rund um Tiere, Pflanzen und die Natur!


Versuchen wir nun exemplarisch einige wichtige moderne Konzepte und Ansätze der Tiergestützten und Naturgestützten Therapie aufzuzählen und näher vorzustellen:


Dieses Konzept soll Kindern, Erwachsenen oder Familien die Möglichkeit geben, Sinn gebende Tätigkeiten rund um die jeweils eingesetzten Tiere zu durchleben.


Konzept: Farmer for one day:

Dabei geht es um Tätigkeiten wie Füttern, Misten der Stallanlagen, Versorgung und Pflege der gehaltenen Tiere (Bürsten, Waschen uvm.), Aufsuchen von geeigneten Futterpflanzen wie Samenständen in der Natur und diverse Erhaltungsarbeiten wie Zaunbau, Volierenbau, Bau von Futterhäuschen, Nisthilfen, Schutzhäuschen, Heuraufen, Unterstände, Sitzstangen, Futterspender oder diverser Spielgeräte für die Tiere.


Schon an diesem Beispiel erkennen wir, dass das Rundherum ums Tier heute im Vordergrund steht, weniger die unmittelbare Interaktion mit einem Tier. Im Wesentlichen sind diese oft viel zu übergriffigen(!) Handlungen direkt am Tier in Wahrheit auch aus therapeutischer Sicht kontraproduktiv, denn das sensible Wahrnehmen unseres tierischen Gegenübers, dessen Verhaltensreaktionen, dessen Individualdistanz und diverse Beschwichtigungssignale werden dabei oft nicht einmal wahrgenommen!


Was soll das dann bitte therapeutisch/pädagogisch bringen!!!!????


Auch liefern diese anderen Tätigkeiten erst den Nährboden dafür, um sich selbst als wichtig und wirksam zu erleben. Nicht umsonst ist das Erleben eigener Selbstwirksamkeit, so das pädagogisch-psychologisch entsprechende Fachwort, ein wichtiger Part in der Tiergestützten Therapie.

Allein schon durch die vielfältigen Arbeitsschwerpunkte rund um die Tierhaltung oder auch das Anlegen eines Nutzgartens, Hochbeets oder Kräutergartens und deren Betreuung liefert bereits enorme Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Tier- und Naturgestützte Interventionen. Dabei werden taktile Erfahrungen durch den Gebrauch von einfachen Werkzeugen gestärkt, Kreativität und vorausschauendes Planen angeregt und entwickelt und natürlich die Arbeit im Team und damit die Beziehungsfähigkeit massiv erweitert.


Die durch die Tiere vorgegebene Tagesstruktur hilft uns Menschen auch dabei, selbst einen strukturierten Tagesablauf zu entwickeln, der durch die Natur selbst vorgegeben wurde. Daher können wir diesen Tagesablauf dann auch meiner Erfahrung nach ohne Probleme akzeptieren.

Viele sehr unterschiedliche Tierarten lassen sich für solche Projekte einsetzen.


Haustiere:


alle Zimmervögel wie Wellensittiche, Kanarienvögel, Zebrafinken, Kleinnager wie Mäuse, Farbratten, Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen


Alle diese kleinen Tiere sind in Wohnungen, Gartenbereichen und Wohnhäusern einfach zu halten und auch gesetzlich in deren Haltung im Wohngebiet erlaubt(!).

Aber auch die Aquaristik und Terraristik liefert uns ein enormes Potential. Ich denke hier nur an die Haltung und Zucht beispielsweise der lebendgebärenden Zahnkarpfen wie Guppys, Mollys, Platys oder Schwertträge.


…und natürlich der große Bereich der verschiedensten Insekten!


Hier reicht das Angebot von Heimchen- , Mehlwurm-, Grillen- und Schabenzuchten bis hin zur Haltung und Zucht der wunderbaren Gespenstschrecken und Stabschrecken.


Auch die Weichtiere, die Mollusken, wie Schnecken dürfen wir heute in den Tier- und Naturgestützte Interventionen als wichtige Teamplayer nicht vergessen!


Anders sieht dies ja bei den Nutztieren wie Schafen, Ziegen, Schweinen, Rindern, Pferden und Co aus.


Diese dürfen ja nur in landwirtschaftlichen Betrieben und das sind jedenfalls Immobilien, die auf landwirtschaftlichem Bauland/Nutzland errichtet wurden und als solche geführt werden, gehalten werden.

Also Flächenwidmungen der Grundstücke sind dabei unbedingt zu beachten!


In unseren Ausbildungen hat sich das wunderbare Konzept des Nature Guidings bereits voll niedergeschlagen. Du brauchst nicht einmal selbst Tiere zu halten oder über eine entsprechende Räumlichkeit zu verfügen, um erfolgreich Tier- und Naturgestützte Dienstleistungen in den verschiedenen Bereichen der Tier- und Naturgestützten Interventionen anzubieten!


Konzept: Nature Guiding:

Die Natur selbst steht Dir mit ihrer Fülle an Lebewesen, Tieren und Pflanzen für Dein Dienstleistungsangebot zur Verfügung. Gerade die Pandemie hat die Freizeitaktivitäten vieler Menschen nachhaltig verändert. Nicht mehr die laute Masse, sondern das tiefgreifende Erlebnis in der Kleingruppe und in der Natur boomt enorm. Dies entspricht natürlich auch der Notwendigkeit zu Klima- und Naturschutz dieser neuen Epoche der gesamten Menschheit.


Das geführte Wandern, eben Nature Guiding, in der Natur, vielleicht auch in Kombination mit einem Lama-, Packpferde-, Esel- oder Ziegentrekking entwickelt sich aktuell rasant.


Dazu benötigst Du eine entsprechende Ausbildung hinsichtlich zumindest der häufigsten Wildpflanzen, Wildtiere und Outdoorskills. Es geht auch nicht nur ums direkte Erleben von Wildtieren, allein schon die Suche nach und das Auffinden von Spuren und Fährten, Nahrungsresten, Fegestellen der Geweihträger an Bäumen und Sträuchern, Suhlen der Wildschweine oder auch nur das Auffinden der Losung wird zum spannenden Naturerlebnis für Jung und Alt. In unseren Ausbildungsmodulen „Nature Guiding“ und „Flora und Fauna“ tragen wir dem bereits nachhaltig Rechnung.


Bird Watching hat in den letzten Jahren einen immensen Aufschwung erzielt und natürlich haben auch wir erkannt, dass diese Form der Naturbeobachtung/des Nature Guidings ein wundervolles Instrument auch in der Tier- und Naturgestützten Intervention sein kann.


So Du Deinen Arbeitsmittelpunkt vielleicht sogar in Nähe von Gewässern wie Teichen, Seen oder Flüssen Dein eigen nennen kannst, bist Du allein deswegen schon ein großer Glückspilz - man denke an die zahlreichen Wasservögel. Aber selbst durch das ganzjährige Anbringen einfacher Futterhäuschen mit unterschiedlichem Nahrungsangebot kannst Du ein Naturerlebnis der Sonderklasse für Deine KundInnen/KlientInnen/PatientInnen erzielen.

Ganzjährig kannst du so ausgerüstet mit einem Feldstecher oder Spektiv auf einem festen Stativ die wunderbare Welt der Vögel gemeinsam erleben. Aber auch gemeinsame Fahrten mit einem Kanu, Kayak etc auf dazu freigegebenen Gewässern kann eine Tier- und Naturgestützte Intervention der Extraklasse darstellen.


Solche Erlebnisse werden aber nicht nur Deine Gäste begeistern, sondern auch Dein eigenes Leben enorm bereichern, Deine Sinne und Wahrnehmung schärfen und insgesamt Deine eigene Gesundheit ungemein verbessern, wenn Du so einen Arbeitsort Dein eigen nennen kannst.


Du kannst jetzt schon damit beginnen, Deine unmittelbare häusliche Umgebung vielleicht gemeinsam mit Deinem Hund zu durchstreifen und die Dich umgebende Natur zu erkunden.


Je öfter Du selbst in der Natur unterwegs bist, desto mehr wird Dir auffallen, desto feiner wirst Du wahrnehmen und auch zeitlich diese Tierbegegnungen erfassen und einordnen können. Das wird Dir später bei Deiner Arbeit massiv weiterhelfen.


Tier- und Naturgestützte Interventionen und die digitale Welt sind keine Kontrahenten.

Es gibt kein entweder-oder, sondern nur ein UND.


Dienstleistung hat sich heute massiv verändert. Auch digitale Naturerlebnisse in Form von Videos, Live Meetings, Live Cams in der Natur oder am Tierhof sowie e-Magazine mit eingebetteten Videos haben unser Dienstleistungsangebot deutlich erweitert und ergänzt.


Auch wir an der Mauritiushof NaturAkademie MNA haben beispielsweise dazugelernt, dass man Kräuterpraxistage auch in Form von einem Online Meeting mit vielen Kräutervideos durchführen kann. Nichts scheint heute mehr unmöglich zu sein. Wir haben als Gesellschaft deutlich dazugelernt.


So müssen wir heute auch Dienstleistungen in der Tier- und Naturgestützten Intervention auch viel komplexer wahrnehmen, sogenannte „Konserven“ erstellen und immer mehr zu Hybrid-Veranstaltungen wechseln.


Dies sichert uns nicht nur die ganzjährige wirtschaftliche Präsenz, sondern vergrößert auch räumlich unseren eigenen Wirkungsbereich. Warum nicht als AbsolventIn dieser Ausbildung zur Herausgeberin eines digitalen Tiermagazins oder dergleichen mehr zu avancieren? Dies ist quasi mit keinerlei Kosten verbunden, Du brauchst nur Deine Motivation, Dein Engagement und natürlich die Skills, die Du bei unserer Ausbildung lernst. Schon bist Du Herausgeberin Deines eigenen Magazins und Chefredakteurin Deiner eigenen Zeitung.


Nützen wir alle diese tollen Möglichkeiten, die sich durch eine qualifizierte Ausbildung ergeben und machen wir unser Hobby, unsere Leidenschaft für Natur und Tiere zum erfolgreichen Beruf!


Dr.med. Dieter Schaufler

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie

Arzt für Allgemeinmedizin

ÖÄK Diplome Psychosoziale, Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin

Akupunkturdiplom, Kneipparztzertifikat

Zertifizierter Balintgruppenleiter im Gesundheitswesen

und stolzer Landwirt

ree

 
 
 

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