Kastration bei Katzen
- Dr.med.univ. Dieter Schaufler, Leiter der MNA

- 15. Jan. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Juli

Der Jänner und Februar sind die Hauptkastrationsmonate in der tierärztlichen Praxis. Kätzinnen, die im Vorjahr geboren wurden, werden zum ersten Mal rollig. Kater beginnen mit manchmal massiven Kämpfen um ihr Territorium zu verteidigen und die Katzendamen belegen zu können.
Für Katzen und Kater mit Freigang besteht in Österreich nach dem Tierschutzgesetz eine allgemeine Kastrationspflicht. Eine Ausnahme besteht, wenn man bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde eine Zuchtstätte gemeldet hat. Dies kann für Rassekatzen, aber auch für „normale“ Hauskatzen, erfolgen. Seit dem 31.12.2018 müssen aber diese gemeldeten Zuchtkatzen mit Freigang dann zusätzlich gechippt sein, und zwar vor der Ausbildung der bleibenden Eckzähne (mit ca.4-5 Monaten).
FAQ:
Mit welchem Alter sollten Kater kastriert werden? Kater mit Freigang mit einem Alter von ca. 6-9 Monaten, um eine ungewollte Fortpflanzung zu verhindern. Man muss auch bedenken, dass unkastrierte Kater unweigerlich in territoriale Kämpfe verwickelt werden und oft massive Bissverletzungen haben. Durch diese Verletzungen, aber auch durch den Deckakt, werden ebenso gefährliche Infektionskrankheiten, wie z.B. die oft tödlich ausgehende Leukose, übertragen. Alleine aus diesem Grund empfiehlt es sich Kater kastrieren zu lassen. Kater, die nur zu Hause sind, sollten ebenso mit ca. einem halben Jahr kastriert werden. Unkastrierte Kater können nämlich schon mit diesem Alter ihr Territorium zu markieren beginnen. Denn wenn das Markieren quasi schon „erlernt“ ist, kann sich dies auch nach der Kastration fortsetzen.
Mit welchem Alter sollten Kätzinnen kastriert werden? Kätzinnen können im Alter zwischen 7-8 Monaten das erste Mal rollig werden, daher sollten diese auch ab ca. einem halben Jahr operiert werden. In ganz, ganz seltenen Fällen gibt es sehr frühreife Katzenmädchen, die mit 4-5 Monaten das erste Mal rollig werden.
Meine Kätzin kommt nicht raus, soll ich sie trotzdem kastrieren lassen? Ja, unbedingt. Unkastrierte Katzendamen werden im Abstand von 2-3 Wochen für 3-5 Tage rollig. Wenn die Tiere nicht gedeckt werden, kann dies auch in eine Dauerrolligkeit übergehen, was neben den Unannehmlichkeiten für den Besitzer auch gesundheitsschädlich für die Katze sein kann. Rollige Katzen markieren in der Wohnung, um Kater durch ihren Duft anzulocken, fressen kaum und sind unglücklich, weil sie nicht raus können.
Heißt die OP bei der Katze Sterilisation und beim Kater Kastration? Bei beiden Geschlechtern spricht man von einer Kastration, da bei beiden die Keimdrüsen, nämlich Hoden und Eierstöcke, entfernt werden. Eine Sterilisation wäre nur eine Unterbindung der Eileiter und der samenführenden Gänge unter Belassung der Keimdrüsen. Der Nachteil dieser in der Veterinärmedizin kaum angewandten Methode ist, dass die Geschlechtshormone in den Keimdrüsen weiter produziert werden und das Verhalten der Tiere gleich bleibt. In diesem Fall würden Katzendamen rollig werden und Kater fleißig weiter markieren.
Was muss vor der Operation beachtet werden? Die Katzen müssen nüchtern zur Kastration gebracht werden, das heißt die Tiere sollten etwa 6-8 Stunden vorher nichts fressen, und auch die letzte Portion sollte etwas kleiner ausfallen. Bei der Narkose ist nämlich der Schluckreflex ausgeschaltet. Der eventuell erbrochene Nahrungsbrei kann somit nicht mehr abgeschluckt werden und so möglicherweise in die Luftröhre fließen und zum Erstickungstod führen. Natürlich stehen die Tiere bei der Narkoseeinleitung unter Beobachtung, aber Vorsicht ist immer besser!
Was muss nach der Kastration beachtet werden? Futter gibt es erst wieder, wenn die Katzen vollständig erwacht sind und wieder schlucken können! Einigen Katzen ist nach der Narkose noch etwas übel und sie brauchen möglicherweise 1-2 Tage, bis sie wieder mit gutem Appetit zu fressen beginnen. Kastrierte Kater erholen sich nach der Operation in der Regel schneller, da der Eingriff nicht so massiv ist als bei der Kätzin. Bei den weiblichen Tieren handelt es sich ja doch um eine Bauchoperation. Man sollte bedenken, dass Frauen nach dieser Operation ca. für eine Woche im Krankenhaus bleiben müssen. So sollte auch die Schonung für die kastrierte Kätzin angedacht werden, die bis zur Fädenentfernung nach 8-10 Tagen im Haus bleiben sollte. Bei Freigängern ist dies nicht immer einfach, aber ein paar Tage Vorsicht ist unbedingt geboten!Beim Kater müssen keine Fäden gezogen werden, denn der eröffnete Hodensack wird in der Regel nicht genäht. Das hat den Grund, dass sich die Operationswunde direkt unter dem After befindet und hier eine ständige Keimbelastung herrscht. Hier bleibt so eine kleine Öffnung, die sich durch das Wundsekret selbst reinigt, nach 2-3 Tagen verkrustet und von selbst verheilt.
Sind Katzen nach der Kastration noch gute Mäusejäger? Selbstverständlich, das ist noch ein alter Irrglaube, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Das Verhalten der Katze ändert sich ebenso nicht. Die Kastration fällt nur meist mit dem Erwachsen werden zusammen, bei dem sich die Tiere allgemein etwas anders verhalten können.
Dr.med.vet.Andrea Schaufler Finanzreferentin der ÖGTT Ordination in: Dr.Karl Rennergasse 4 3130 Herzogenburg 0676/7246858 tierarzt.schaufler@aon.at www.tierarzt-schaufler.jimdo.com



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